Heute brauchen wir dringend mal wieder eine Aktivität die auch für uns Eltern geeignet ist. Soviel Spielplatz im Regen macht Schwermütig.
Ganz in der Nähe des Flat Hills Caffee Campgrounds liegen auf einem privaten Grundstück die Whitecliff Boulders, eine Ansammlung kugelrunder Findlinge in einem kleinen, düsteren Märchenwald.
Die Strecke beginnt harmlos, wird dann aber sehr abenteuerlich. Wir waren ja vorgewarnt daß es über Gravel Road gehen würde, aber nach einer Fahrt zwischen den beweideten Hobbit Hügeln, sollen wir jetzt ein Gatter öffnen und auf einem Feld-Wald-Wiesen-Weg direkt den Hang, quer über die Schafsweide hinunter fahren. Na gut, wir sind zu so einigem Bereit und vor allem sind wir sehr neugierig auf die Boulders. Und so steuert Belinda das Auto fachmännisch den Acker hinab. Daß wir hier wieder hoch kommen – vor allem aufgrund der ziemlich matschigen Baschaffenheit des Bodens – glaubt hier noch keiner. Aber wir haben ja Zeit und zur Not bleiben wir bis der Boden wieder getrocknet ist. Vorräte sind aufgeladen und außerdem wachsen nebenan auf dem Acker wilde Rüben.
Wir zahlen eine 5 $ Donation an einem kleinen Holz Verschlag, die dem Grundstückseigentümer zugute kommt und machen uns auf den Weg. Immer den orangenen Fähnchen nach, durch weitere Gatter, von Schafweide zu Schafweide. Direkt nach dem ersten Gatter treffen wir auf ein offensichtlich nicht mehr ganz fittes Schaf. es liegt im Gras, bewegt sich kaum noch und atmet nur noch sehr schwer. Mit dem stimmt definitiv etwas nicht. Ich nehme an, daß bei dieser Menge an Schafen in NZ (es sind glaube ich 80 Schafe die auf einen Neuseeländer kommen) jedes kranke Schaf zum Tierarzt kommt, aber wir entscheiden trotzdem Hilfe zu holen.
Ich habe Empfang und rufe über meinen neuseeländischen Spark Account den Besitzer an. Die Whitecliff Boulders haben eine eigene Webseite (www.whitecliffsboulders.co.nz) und so bekomme ich sogar jemanden an die Strippe. Der Gute Mann beteuert demnächst vorbei zu kommen um nach dem Schaf zu sehen.
Also setzen wir unsere Wanderung fort. Es sind nur knapp 4 km hin und zurück, aber es geht ziemlich steil bergab. Trotzdem ein ganz toller Blick auf den Fluss, der sich zwischen steil abfallenden Kalk Wänden durch die schöne Landschaft schlängelt. Und dann noch die Schafe, überall neugierige aber sehr scheue Schafe.
Nach bestimmt 1,5 stunden kommen wir endlich bei den Whitecliff Boulders an und genau jetzt bricht der Himmel auf und die Sonne kommt durch. Wir fangen sofort an in unseren Regenjacken zu schwitzen. Der Weg hat sich gelohnt. Die Boulders sind magisch. auf kuriose Weise haben sich einige Bäume direkt auf die runden Steine gesetzt und halten sie mit ihren Wurzeln fest umschlungen. Die Kinder sind überzeugt daß es sich hier um die Trolle aus dem Film „Frozen“ handelt.

Auf einmal fängt es an direkt neben uns, ca. 300m Luftlinie zu donnern und Belinda entgleisen die Gesichtszüge, Jolina tritt einen Schritt näher an ihre Mutter heran und blickt ziemlich ängstlich drein und Tom und ich sind ebenfalls etwas verunsichert. Ein Erdbeben? Ein Gewitter – nein dazu ist es nu nahe!?
Scheinbar hat sich ein Teil von einer der bestimmt 100 m hohen, steilen Kalkwände um uns herum gelöst und auf den Weg nach unten begeben. Das wird Belinda und mir zeitgleich klar und wir fangen beide an zu rechnen wie weit die nächste Wand entfernt sein mag. Durch den dichten Wald sehen wir die Wand nicht und so glotzen wir nur angestrengt durch das Dickicht in Richtung des Grollens. Das hört aber so spontan auf wie es gekommen ist und wir sehen weder Geröll noch Staub auf uns zu kommen und entspannen uns wieder. Puh, Glück gehabt!

Der steile Rückweg fordert dann wieder all unsere Motivationskünste um Tom in Bewegung zu halten. Aber wir schaffen den Rückweg dann doch ohne ihn tragen zu müssen.
Unser Motorhome stellt sich dann doch als geländegängiger heraus als wir angenommen hatten und Belinda buchsiert das schwere Gefährt geschickt wieder den Hang hinauf.
Wir sind gerettet!
Das Schaf hat es leider nicht geschafft. Die versprochene Hilfe ist bisher nicht aufgetaucht und das Schaf sieht mittlerweile ziemlich tot aus.
Dann geht es weiter in Richtung Ohakune. Dort wollen wir uns den Ruapehu Vulkan näher betrachten.
Wir durchqueren noch das Örtchen Utiku das für seine Gummistiefel (Gum-Boots) bekannt ist. Einmal im Jahr, um die Osterzeit, findet hier das große Gum-Boot Festival statt, an dem u.A. Gummistiefel Weitwurf eine der großen Attraktionen sein wird.
POI: Ganz in der Nähe gibt es das „The Wool Co.“, eine große Woll Manufaktur mit Fabrikverkauf.
Das Örtchen Ohakune macht echt was her, und das nicht nur wegen des atemberaubenden Blicks auf den Mount Ruapehu Vulkan, der wirklich bilderbuchmäßig aussieht. Leider habe ich gerade jetzt, wo er sich mal zwischen den Wolken zeigt, keine Kamera zur Hand, sitze am Steuer und Belinda schläft neben mir 🙁
Naja, Bild wird nach geliefet!
Ohakune ist ein Skifahrts Ort und das merkt man sofort. Zum einen macht das Örtchen den Eindruck als wäre es ziemlich gut in Schuss und als würde hier nicht am Nötigen gespart. Ich nehme an daß Ski fahren auch in NZ etwas für die wohlhabendere Bevölkerung ist. Hotels und Herbergen gibt es jedenfalls in jeder Preisklasse und der Top 10 Campingplatz gehört mit ca. 66 $ auch nicht zu den teuersten.
Hier und da sieht man Schilder die auf Wanderwege hinweisen oder den Weg zur nächsten Gondel ausweisen. Es gibt einen Ski Verleih und reichlich Gastronomie.
CAMPING von 5. auf 6.4.: Ohakune Top 10 Holiday Park, Adresse: 5 Moore Street, Ohakune 4625, LAT: -39.4173, LON: 175.3952, Gut ausgestattet mit schönem Spielplatz und TV Raum + Mini SPA Badewanne, Preis: 61.5 $ für uns mit Top 10 Karte
